STELLUNGNAHME der 4er-Gruppe (PV, PA, AG DOK, Filmakademie) zum FFG-Referentenentwurf

Stellungnahme
5. März 2024

Sehr geehrte Frau Staatsministerin Claudia Roth,
sehr geehrter Herr Ministerialdirektor Dr. Andreas Görgen,
sehr geehrter Herr Ministerialdirigent Dr. Jan Ole Püschel,
sehr geehrter Herr Dr. Frank Castenholz,

beiliegend übersenden wir Ihnen im Namen der Produktionsallianz, der AG DOK, der Deutschen Filmakademie, des Produzent:innenverbandes und – nach dessen Beitritt zur Produktionsallianz – auch des Film- und Medienverbandes NRW unsere gemeinsame Stellungnahme zum Referentenentwurf des Filmförderungsgesetzes.

Dieser Entwurf macht Hoffnung! Das vorgelegte Gesetzespaket ist ein zukunftsweisender und ausgewogener Entwurf, der veraltete Strukturen endlich grundlegend erneuert. Es ist nicht weniger als der lange angekündigte große Wurf. In einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit ist der Reformentwurf von entscheidender Bedeutung für den Filmstandort Deutschland. Er bietet die Chance, das wirtschaftliche und kulturelle Potenzial der deutschen Filmbranche noch besser zur Entfaltung zu bringen und für die Branche mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit und mehr Planbarkeit zu erreichen.

Damit die Reform Ihre volle Kraft schnellstmöglich entfalten und zu einem Boost für den Produktionsstandort Deutschland werden kann, ist es notwendig, dass parallel zum FFG auch die weiteren angekündigten Reformvorhaben (Investitionsverpflichtung, Anreizmodell und kulturelle Filmförderung der BKM unter dem Dach der FFA) als kommunizierende Röhren wie angekündigt zeitgleich zum 1. Januar 2025 in Kraft treten. Wir werden in Kürze gesondert Stellung zu den vorliegenden Diskussionspapieren zu Investitionsverpflichtung und Anreizmodell beziehen und uns zu den überarbeiteten Richtlinien zur kulturellen Filmförderung der BKM äußern, sobald ein entsprechender Entwurf vorliegt.

Auch möchten wir noch einmal die Bedeutung einer bedarfsgerecht ausgestatteten selektiven Förderung betonen. Als einziger verbleibenden selektiven Förderung auf Bundesebene kommt der kulturellen Filmförderung der BKM zukünftig eine besondere Rolle in der deutschen Finanzierungslandschaft zu. Sie wird von höchster Bedeutung für die Entwicklung und Produktion von künstlerischen Filmen, Dokumentarfilmen, Kinderfilmen und Talentfilmen sein. Wir begrüßen daher die angekündigte Stärkung der Entwicklungsförderung und die Einführung einer eigenständigen Talentförderung sowie die Anpassung der selektiven Förderung an die spezifischen Bedarfe der einzelnen Gattungen. Uns sind eine selektive Förderung für den Kinderfilm und die Anpassung von Budgetschwellen an die spezifischen Anforderungen des Animationsfilms wichtig.

Für das gemeinsame Anliegen - die Stärkung des Filmstandorts Deutschland - und unser erklärtes Ziel - wieder mindestens 35 Millionen Zuschauer:innen für deutsche Filme im Kino – bedarf es besser ausgestatteter Filme, auch wenn das bedeutet, dass weniger Filme produziert werden. Für die enorme Leistung, den großen Aufwand und die kreative Denkarbeit in Ihrem Haus, den Weg dorthin durch die grundlegende Reform der Filmförderung und Finanzierung zu ebnen, möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken!

Für Rückfragen und Gespräche stehen wir gerne zur Verfügung!


Mit besten Grüßen

Björn Böhning - CEO & Sprecher des Gesamtvorstands Produktionsallianz
Benjamin Herrmann Vorstandsvorsitzender Deutsche Filmakademie
Susanne Binninger Ko-Vorsitzende AG DOK
Erwin M. Schmidt Geschäftsführer Produzent:innenverband

Zurück
Zurück

PRODUZENT*INNENVERBAND & FILMCHAIN STARTEN REPORTING-PLATTFORM

Weiter
Weiter

STELLUNGNAHME des Forum Talentfilm Deutschland (PV, FFMOP, KjdF) zum FFG-Referentenentwurf